Bioshock 2 Rapture Edition
Da mich Bioshock schon im ersten Teil begeistert hat, war es logische Konsequenz, daß ich mir auch den zweiten Teil angeln werde. Daß das so schnell klappte, war mehr ein günstiger Umstand, weswegen ich dann auch gleich die Rapture Edition bekam. Normalerweise halte ich von diesen Sondereditionen nichts – und auch diesmal war das, was beilag, nämlich ein Hardcover-Artbook, total langweilig. Zu meiner Überraschung hatte dieses allerdings ausschließlich deutschen Text, obwohl ich das Spiel aus England importiert.
Kurz zum Artbook: Es werden alle Protagonisten aufgezeigt, zu denen die Designer einen Kommentar ablassen. “Das ist mein Lieblingsvieh, weil…” Für Grafikdesigner vielleicht interessant, für mich nach paar Seiten schon uninteressant.
Eines vorweg: Ich muß mich den erschienen Reviews in einer Sache klar anschließen: Das Rad wurde nicht neu erfunden, Bioshock 2 wirkt tatsächlich eher wie Bioshock 1,5. Es ist nun aber so, daß das Spiel schon im ersten Teil nahezu perfekt war. Kleinigkeiten wurden verbessert und z.B. das Waffenensemble samt Plasmiden (die “Magie”) und Tonika (passive Fähigkeiten) erweitert. Dies geschah alles sehr fein, aber eben passend. Man muß bedenken, daß man die Bioshock 2-Welt nicht neu erfinden darf. Rapture, die Unterwasserstadt, kann sich schlecht komplett verändern, da die Story nur 10 Jahre nach dem ersten Teil spielt. Und wo wir schon bei der Story sind: Genial! Die Liebe zum Detail, wie diese präsentiert wird, ist nahezu unschlagbar. Vielfältige Charaktere, alle erzählen den Verfall der Unterwasserstadt aus ihrer Sicht. Jeder Abschnitt, jeder Raum in der Stadt ist detailliert, jede Kleinigkeit erzählt seine eigene Geschichte. Es ist einfach schlüssig, man lernt das Leben, das einst geherrscht haben muß, kennen. Das ganze spielt in den 50-60 Jahren und ist stark beeinflusst von der oberirrdischen, unseren Welt. Die Aufmachung von Plakaten entspricht z.B. exakt dem damaligen Stil. Hier haben sich die Designer wirklich etwas einfallen lassen, wenn dem auch schon so im ersten Teil war. Ich denke es handelt sich dabei um Popart, kann mich aber an den Kunstunterricht in der 12.-13. Klasse so schwer erinnern, was vielleicht daran lag, daß ich die 9. und 10. Schulstunde oft krank war… .
Ich kann allerdings auch die verstehen, die das Spiel nicht gut finden. Als reiner Egoshooter mit Hirn-aus versagt es, da hier die Agilität eines Call of Duty fehlt. Wer es allerdings schafft sich in Rapture einzuleben, wird begeistert sein. Man muß etwas über den Egoshooter-Tellerrand hinausschauen. Die Utopie macht das Spiel aus, die Geschichte von Rapture. Ein 2. und kein 1,5. Teil hätte mich maßlos enttäuscht, weswegen ich die Kritik an den fehlenden Neuerungen genau umgekehrt betrachte. Hier wurde alles richtig gemacht!
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